Menschen, die an einem Lymphödem leiden, sollten darauf achten, Übergewicht zu vermeiden. Sicherlich ist das ein schwieriges Unterfangen, doch es ist nicht möglich.

Trotz der Tatsache, dass du ständig die Nahrungsmittel im Blick haben musst, solltest du dennoch darauf achten, deine Mahlzeiten abwechslungsreich zu gestalten.

    1. Allgemeines
    2. Gewürze
    3. Wieviel Flüssigkeit braucht der Körper am Tag?
    4. Sport
    5. Das Wichtigste kurz zusammengefasst
    6. Tipps

    Allgemeines

    Bisher ist die erfolgreichste Therapie bei einem bestehenden Lymphödem die KPE (Kombinierte Physikalische Entstauungstherapie). Allerdings ist – wie beim Lipödem auch – die Ernährung von großer Bedeutung. Hierbei kommt es nicht darauf an, sich von einer Diät zur nächsten zu hangeln.

    Das Erste, was man bei einer Diät verliert, ist die gute Laune

    Gert Fröbe (Schauspieler)

    Dies kennen sicherlich viele von euch. Man quält sich wochen- oder sogar monatelang und das Ergebnis lässt auf sich warten. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass bei einer falschen Ernährung die Erkrankung sogar gefördert wird.

    Zunächst einmal muss sich jeder für sich über seine Essgewohnheiten klar werden. Wann esse ich? Warum (Kummer, Langeweile etc.) esse ich? Was esse ich? Erst danach kann die Reduktion des Gewichtes in Angriff genommen werden. Und auch hierbei ist zu beachten, dass es nicht darauf ankommt, in möglichst kurzer Zeit viel Gewicht zu verlieren. Die Höhe des Gewichtsverlustes und in welcher Zeit sollte mit einem Arzt oder einem Ernährungsberater besprochen werden.

    Langsames und stetiges Abnehmen erhöht die Wahrscheinlich, dass ihr langfristig das Gewicht besser halten könnt.

    Uns allen ist bekannt, dass Übergewicht ein Lymphödem extrem negativ beeinflussen kann. Das überschüssige Fettgewebe gibt dem Körper noch mehr Möglichkeiten, Flüssigkeit zu speichern.

    Gewürze

    Zu vermeiden – zumindest in großen Mengen – ist Salz. Durch Salz wird das Wasser im Körper gebunden, dadurch wird die Ödemerkrankung gefördert. Und ganz nebenbei: zu viel Salz erhöht den Blutdruck. Ratsam ist, sehr wenig Salz zu verwenden. Kräuter hingegen dürfen reichlich dem Essen zugegeben werden.

    Wieviel Flüssigkeit braucht der Körper am Tag?

    Viele Lymphödem-PatientInnen haben Angst, durch die Zunahme von Flüssigkeit ihre Ödemerkrankung zu fördern. Dies ist nicht richtig. Der Mensch benötigt schon viel Flüssigkeit, ein Mensch mit einer Lymphödemerkrankung benötigt gerade viel Flüssigkeit. Es wird angeraten, ca. zwei Liter pro Tag zu sich zu nehmen, damit auch die Nieren genug zu tun haben. Ich selbst habe mir angewöhnt, mindestens einen Liter Wasser pro Tag zu trinken und den Rest durch Tee zu ergänzen. Natürlich darf es auch mal ein mit Wasser verdünnter Fruchtsaft sein.

    Wie sich das Ganze mit Alkohol verhält, vermag ich hier nicht zu beurteilen. Dazu müsste dann ggf. der behandelnde Arzt/die Ärztin befragt werden.

    Sport

    Bei der Durchführung einer Diät wird häufig der Sport vernachlässigt. Dieser ist deshalb wichtig, da die Muskeln weiter bestehen und sogar noch etwas mehr aufgebaut werden sollen. Die Muskulatur wird benötigt, da sie bekanntlich das Venen- und Lymphsystem unterstützt und somit der Transport der Flüssigkeit durch das Lymphsystem sichergestellt ist.

    Durch die Bewegung kommt es bei den Muskeln zur An- und Entspannung. Hierdurch werden die Venen und Lymphgefäße immer wieder komprimiert. Dies führt zu einem besseren Abtransport der Lymphflüssigkeit. Wenn du die Bewegung/den Sport in Kompressionsbestrumpfung durchführst, wirkt es noch intensiver und führt zu einem besseren Ergebnis.

    Selbst habe ich die Erfahrung gemacht, dass sehr viel Laufen (Wandern) in Kompressionsbestrumpfung gerade die Ödemerkrankung in den Beinen sehr positiv beeinflusst. So positiv, dass ich mir zum Ziel gesetzt habe, jeden Tag mindestens eine Stunde zu laufen. Gleichzeitig hat diese Art der Bewegung den schönen Nebeneffekt, dass der Stressabbau nach einem Arbeitstag einfacher gelingt.

    Das Wichtigste kurz zusammengefasst

    • Eine gut durchdachte Ernährungsumstellung
    • Sport, damit die Muskulatur erhalten bleibt
    • Gewürze statt Salz
    • Mindestens 2 Liter pro Tag trinken

    Tipps

    Für eine ausgewogene Ernährung möchte ich dir noch ein paar Tipps an die Hand geben:

    Esse viel Fisch, Fleisch einmal pro Woche ist ausreichend.

    Frisches Obst und Gemüse sorgen im Übrigen für deinen Vitaminhaushalt.

    Nimm Vollkornprodukte (Kohlenhydrate) zu dir.

    Du darfst nicht vollständig auf Fett verzichten, da der Körper auch Fett benötigt.  Allerdings sollten Fette aus Käse, Sahne, Süßigkeiten etc. vermieden werden.

    In meiner letzten Reha habe ich von der Ernährungsberaterin den Tipp bekommen, zum Kochen auf Rapsöl umzusteigen. Die Empfehlung für Salate war z.B. Leinöl oder Walnussöl.

    Der lang andauernde Erfolg einer Reduzierung des Gewichtes wird in der Regel dadurch erreicht, wenn der Körper ganz gezielt auf eine bestimmte Art der Ernährung umgestellt wird.

    © 2022 by Lip und Lymph

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